Naturfreunde Ortsgruppe Bad Staffelstein e. V.

Unsere Geschichte

 

Bergsteiger- und Bergwander-Abteilung

Am 9. Januar 1970 wurde innerhalb der Ortsgruppe Staffelstein eine Bergsteiger­- und Bergwander-Abteilung gegründet. Die Initiatoren waren Alois Raschke und Hans - »Wally« Wiedel. Sie übernahmen auch die Führung dieser Abteilung. Bald fanden sich immer mehr Freunde ein, die Interesse am Bergsport hatten und auch eine geeignete Kletterwand für Übungszwecke wurde am Kemitzenstein gefun­den. Im Frühjahr des gleichen Jahres wurden in die Kletterwand die ersten Haken geschlagen und zwar von Freunden, deren Namen uns nicht unbekannt sind. Es waren Josef Knott aus Mühldorf, Herbert Ziegenhardt aus Kochel und Walter Sei­del aus Nürnberg; nach ihnen sind auch die Routen am Kemitzenstein benannt.

Die junge Abteilung zählte in den ersten Monaten 21 Mitglieder. Auch die Jugend wurde für diesen Sport begeistert und schon im Juni des Gründungsjahres besuch­ten sechs Jugendliche der Abteilung ein Jungbergsteigerlager in den Dolomiten.

Bestiegen wurden: Sass Rigeis, Sass de Mesdi, Große Fermeda.

Auch eine Bergwanderung zum Kellerjoch in Tirol stand auf dem Programm

1971: Über die Osterfeiertage starteten sechs Bergsteiger einen 160-km-Marsch von der Luisenburg aus. Der Weg führte sie nach Eprechtstein, über den Ochsenkopf nach Fleckl. Von dort aus marschierten sie einen mehrere Kilometer langen Umweg nach Kulmbach. Auch am letzten Tag wurde die Kondition der kleinen Gruppe nochmals auf die Probe gestellt. Als nach 40 km der Staffelberg endlich erreicht war, half der herzliche Empfang mehrerer Mitglieder viel leichter über die vergangenen Strapazen hinweg. Zum einjährigen Gründungsfest der Ab­teilung wurde der Bau einer Schutzhütte ins Auge gefaßt. Wie aus der Abteilungs­Chronik zu ersehen ist wurde am 15. Mai 1971 der erste Spatenstich für die Hütte gemacht. In den Grundstein wurde ein Bericht eingemauert. Es soll damit der Nachwelt erhalten bleiben, in welcher Zeit und unter welchen Bedingungen wir gelebt haben. So zum Beispiel, wie die politische Situation war, wann der erste Mensch den Mond betreten hat, aber auch die Geschichte dieser jungen Bergstei­gergruppe. - Da neun Naturfreunde an diesem ereignisreichen Tag tüchtig zupack­ten, konnten bis zum Nachmittag sämtliche Mauern bis zur Dachwand hochgezogen werden. Unter der Leitung von »Wally« Wiedel wurde bereits meh­rere Wochen nach dem ersten Spatenstich die Fertigstellung des Rohbaus mit Bratwürsten und Bier gefeiert. Der Bau der Hütte wurde zum Großteil durch Spenden von verschiedenen Firmen realisiert. Es wurden während der Zeit des Hüttenbaues auch Bergtouren in den Dolomiten, im Rojan und in den Ötztaler Bergen unternommen. Ein Ereignis für die junge Abteilung war die 12. Landes­fachgruppenkonferenz Bergsteigen, die im November in Staffelstein stattfand. Be­sonders beeindruckt waren die Teilnehmer vom Empfang durch Ersten Bürgermeister Anton Mittelweger im Rathaus.

1972: Die Mitgliederzahl schnellte von 38 auf 56 Personen rapide in die Höhe und so konnte auch eine zwölfköpfige Kindergruppe aufgebaut werden. Durch unermüdlichen Einsatz konnte die Schutzhütte nach einjähriger Bauzeit am 5. Mai 1972 eingeweiht werden. Eigens hierfür wurde eine Buslinie von Staffelstein bis zum Kemitzenstein eingerichtet. Zahlreiche Freunde waren zur Bergmesse und den anschließenden Feierlichkeiten gekommen. Es war verständlicherweise ein großer Erfolg für die verhältnismäßig junge Abteilung, denn ihre Schutzhütte steht noch dazu auf der höchsten Erhebung des Landkreises. Mit ihren 580 Me­tern liegt sie also 36 Meter höher als der Staffelberg. Bergtouren in diesem Jahr:

Der Similaun - Otztal, Tajaköpfe und Sonnenspitze in den Mieminger Bergen, Möse­ler Firndreieck, Zsigmondyspitze, Turnerkamp- Uberschreitung in den Zillertaler Bergen. 14 Abteilungsmitglieder besuchten ein Jungbergsteigerlager auf der Braunschweiger Hütte in den Otztaler Alpen. Einige Teilnehmer konnten ihren ersten Dreitausender besteigen. Durchgeführte Touren: Innere Schwarze Schneide, Hinterer Brunnenkogel, Hinterer Brochkogel-Nordwestwand und Otztaler Wildspitze.

1973: Die Bayrischen Naturfreunde führen eine Grönland-Expedition durch. Die Ortsgruppe Staffelstein stellt aus den Reihen ihrer Bergsteiger-Abteilung Rolf Schofer als Teilnehmer dieser Expedition. Schofer konnte 16 Gipfel besteigen, da­von 6 als Erstbesteigung. Weitere Ziele von Bergtouren der Abteilungsmitglieder:

Das Zuckerhütel, der Wilde Pfaff, der Wilde Freiger in den Stubaier Alpen, der Rote Turm, die Teplitzer Spitze, die Bügeleisenkante zur Laserzwand in den Lienzer Do­lomiten, Matterhorn, Breithorn und die Dofourspitz im Wallis.

1974: Abteilungsmitglieder waren zu Bergtouren unterwegs in der Bernina­ Gruppe, am Pizz Palü und um den Zillertaler Alpen am Möseler Firndreieck. Eine 8 Mann starke Gruppe nahm am Pfingstlager teil. Ausrichter dieses Zeltlagers, das in der Ankogelgruppe durchgeführt wurde, war die Ortsgruppe Mühldorf. Der Lei­ter des Zeltlagers, Sepp Knott aus Mühldorf, konnte eine neue Rekordteilnehmer­zahl melden: 70 Naturfreunde-Bergsteiger aus Bayern und Schwaben waren der Einladung der Ortsgruppe Mühldorf gefolgt. Bei herrlichstem Sonnenschein wur­de der Ankogel (3246 m) bestiegen, von dessen Gipfel die Mühen des Aufstieges durch einen herrlichen Rundblick und eine ebenso wunderbare Abfahrt belohnt wurden. Im August wurde ein Kinderzeltlager in der Geißlergruppe in den Dolo­miten unter Leitung von »Wally« Wiedel durchgeführt. An diesem Zeltlager nah­men 12 Kinder und Jugendliche der Abteilung teil. Gezeltet wurde auf einer Wiese 10 Minuten oberhalb der Seilbahnstation Col Raiser. Dort war Ausgangspunkt für die einzelnen Bergtouren: Große Fermeda, Kleine Fermeda, (3025 m), Abseilübun­gen am Langen Peter und als Höhepunkt die Besteigung des Sas Rigais (3027 m), für viele Kinder übrigens der erste Dreitausender.

1975: Der bisherige Abteilungsleiter Alois Raschke stellt sich nicht mehr zur Wiederwahl. Sein Nachfolger wurde Heinz Müller. Auf der Krottentaler Alm wird ein Alpines Winterseminar durchgeführt. Nach der Lawinenkunde in der Theorie wurde das Gelernte auch in der Praxis geübt. Zum ersten Mal in der Naturfreun­degeschichte Oberfrankens wird eine Fachgruppenkonferenz Bergsteigen vom Bezirk Oberfranken in unserer Gegend abgehalten. Herberge fanden alle »Am Dornig«. Hier wurde auch von den Referenten die Theorie weitervermittelt und für die praktischen Ubungen fand man sich im Klettergarten des Kemitzensteins ein. In diesem Jahr legten Rolf Schofer und Günter Leicht die Lehrwartprüfung mit Erfolg ab. Folgende Bergtouren wurden unternommen: Zum Ankogel in den Hohen Tauen, in den Dolomiten zum Sass Rigais, der Bocchette Weg in der Brenta. Die Kletterer waren im Rosengarten und im Wilden Kaiser unterwegs. Die Bergwanderer waren in der Ankogel und Hafnergruppe auf Tour.

1976: Mit dem Omnibus fuhren 47 Bergfreunde ins Berchtesgadener Land, von der Alpeltalhütte aus teilten sie sich in 3 Gruppen auf. Die einen kämpften sich zum Hohen Göll vor und kehrten pudelnaß am Abend zurück. Die zweite Gruppe visierte den Hohen Göll von der anderen Seite an, mußte jedoch wegen Nebels aus Sicherheitsgründen abbrechen. Das Dritte Team faßte den Jenner und Schneib­stein ins Auge. Auch der Königssee wurde von einer weiteren Gruppe bestiegen. Von Abteilungsmitgliedern wird die erste Hochtourenwoche auf Landesebene in der Bernina besucht. Bestiegen wurden Piz Morteratsch, Piz Roseg über den Eselsgrat Piz Bernina über den Biancograt. Der Piz Palü wurde von West nach Ost überschritten. Weiter wurden bestiegen die Richterspitz in den Zillertaler Alpen, der Großglockner in den Hohen Tauen, die Weißkugel in den Ötztaler Alpen.

1977: Die Abteilung führt erstmals einen »Drei-Königs-Langlauf« zum Gorkum durch. In den Pfingstferien führen 10 Abteilungsmitglieder nach Korsika zum sogenannten Pfingstlager mit den Bayrischen Naturfreunden. Sie konnten besteigen: Monte Cinto, La Mufrella, Cap Al Cavozzo, Bunto Gialbe.

Weiter wurde begangen die Sonnenspitze im Wetterstein, die Westwand des Hohen Göll in den Berchtesgadener Alpen und das Große Wiesbachhorn in den Hohen Tauern.

1978: Die Abteilungs-Führung geht an Werner Schneider. Für die Landesfach­gruppen-konferenz Bergsteigen-Wildwasser und Ski-Nord wurde Staffelstein als Tagungsort ausgewählt. Es nahmen rund 100 Personen an der Tagung teil. Die De­legierten wurden von Ersten Bürgermeister Reinhard Leutner im Staffelsteiner Rathaus empfangen. Das reich-haltige Tagungswochenende fand mit einer Berg­messe und einem gemütlichen Frühschoppen seinen angenehmen Ausklang. Eine kleine Gruppe des Vereins nahm an einem Lehrgang für Winter-Bergsteigen und -Rettung in Arzberg teil. Der Referent vermittelte nicht nur nüchterne Theorie, es wurde auch einiges in die Praxis umgesetzt. Hierbei konnte das Team der Orts­gruppe Staffelstein den Ersten Platz und somit einen Wanderpokal erringen. Für alle Jungbergsteiger gab es in der Schutzhütte am Kemitzenstein ein Schulungswo­chenende zum Thema »Karte und Kompaß«. Auch hier konnten die 16 Teilnehmer ihr Neuerlerntes in einem kleinen Wettbewerb unter Beweis stellen.

Bergtouren­ziele waren: In den Westalpen Dom, Lagginhorn, Weismies (für einige der erste Viertausender), der Großglockner, im Wilden Kaiser die Elmauer Halt, in den Ötztaler Alpen die Wildspitze, im Gesäuse Hochschwab, Hochtor, Planspitz, Frei­wandspitz- Uberschreitung und der Karnische Höhenweg.

1979: Siegfried Kraus wird neuer Abteilungsleiter. Neben dem schon zur Tradi­tion gewordenen Langlauf »Rund um den Kemitzenstein« wurde von den Abtei­lungsmitgliedern vorgeschlagen, auch einen maskierten Langlauf durchzuführen. Zu einem Diaabend trafen sich die Kletterfreunde im März in der Grenzlandhütte in Arzberg. Wanderfreund Werner hielt hier seinen Vortrag und untermalte alles mit herrlichen Aufnahmen aus der Bergwelt. Zur »Hütten-Kerwa« und dem damit verbundenen »Anklettern« fanden sich zahlreiche Bergsteiger ein. Am Abend wurde dann auch noch zünftig gefeiert. Im August wurde für Bergsteiger und Bergwanderer ein volles Programm geboten. Vom 4. - 11. August fand ein Eis­grundkurs im Ötztal statt, vom 10. - 12. August eine Wochenendtour zur Wildspitz. In die Eisriesenwelt des Tennesgebirges führte die Familienfreizeit, wo man Unterkunft in 1914 m Höhe fand. Die letzte Augustveranstaltung verschlug die Bergwanderer über den Klettersteig auf die Albspitz und über Hupfleitenjoch und Höllentalklamm nach Hammersbach. Folgende Bergtouren wurden in diesem lahr unternommen: Roggal-Kante im Lechquellengebiet, Wildspitze und Nordwand der Petersenspitze in den Otztalern, im Dachstein, im Wallis zum Breithorn, in den Sex­tener Dolomiten die Rotwand, Paternkofel und der Alpinsteig. Im Oktober besuch­ten wir unsere Neuaubinger Freunde. Die 700 Meter hinauf zur Krottentaler Alm im Spitzing Gebiet schafften die 48 Teilnehmer in zwei Stunden. Bei herrlichem Wetter kamen sowohl Wanderer als auch Kletterfreunde auf ihre Kosten und beim zünftigen Hüttenabend im Kreise guter Bekannter wollte natürlich auch niemand fehlen. Zur Weihnachtsfeier kamen auch heuer wieder groß und klein zur Hütte am Kemitzenstein. Auch der Nikolaus brachte Gaben für die Jüngsten und er­freute sich an den besinnlichen Liedern, Gedichten und Geschichten die vorgetra­gen wurden.

1980: Am 9. Januar blickt die Abteilung auf ihr 10jähriges Bestehen zurück. Im Stadtheim wurde aus diesem Anlaß ein kleines Fest abgehalten. Nach kurzen Grußworten des Ersten Vorstandes des TVDN Georg Müller, des Ersten Bürger­meisters Reinhard Leutner und des Stellvertretenden Bezirksvorstandes Alois Raschke, gab der Abteilungsleiter Siegfried Kraus einen ausführlichen Rückblick über den Werdegang der ursprünglich 27 Mitglieder starken Bergsteigerabteilung. Musikalisch wurde der feierliche Abend von der Klampfengruppe umrahmt. An einer Ski-Durchquerung der Dolomiten nahmen einige Abteilungsmitglieder teil, die dann leider wegen schlechter Witterung abgebrochen werden mußte. Im Mai beteiligte sich Günter Leicht an einer Expedition zum ältesten Berg der Erde, dem Mt. Mc Kinley, unter anderem mit den Bergfreunden Herbert Ziegenhardt, Sepp Knott, Dr. Otto Ekke. Weitere Bergtouren wurden unternommen zum Mont Blanc, zur Großen Zinne, zum Mönch, 1. Sella-Turm. 2. Sella-Turm, Fünffinger­Spitz- Uberschreitun& Piz Gralba, Piz Selva. Auch in unserer heimischen Gegend wurde beispielsweise im Kleinziegenfelder Tal geklettert. 16 Bergwanderer führte eine 25 km lange Wanderung von Grub am Forst nach Fürth am Berg und die Berg­steigerjugend unternahm eine Konditionswanderung zum Kemitzenstein. Die Ubungsleiter-Prüfung »Bergwandern und Fels« haben mit Erfolg bestanden: Wer­ner Schneider, Siegfried Kraus und Klaus Dinkel.

1981: Die Neuwahlen ergaben keine Änderung. Folgende Bergtouren wurden unternommen: Die Hohe Tenn-Nordwand, die FuscherkarkopfNordwand und die Watzmann-Ostwand. Zwanzig Bergfreunde unternahmen eine Tourenwoche in die Dolomiten. 15 cm Neuschnee, Vereisungen und Nebel bereiteten ihnen bereits beim Aufstieg zur 2201 m hoch gelegenen »Valentinihütte« am Sellajoch zahlreiche Schwierigkeiten und so wagte man erst am dritten Tag die Besteigung des ersten Sellaturms. Am folgenden Tag wurde eine Tour durch den Pisciadu-Klettersteig un­ternommen. Ein weiteres Erlebnis war die Besteigung des 3344 Meter hohen Pun­ta Penia (Westgipfel der Marmolada) am fünften Tag. Ein Teil der Gruppe schlug die Route über den Marmolada-Westgrat ein. Unterwegs trafen sie mangelhaftaus­gerüstete Bergwanderer aus Baden-Baden, die so den Abstieg unter sachkundiger Führung besser bewältigen konnten. - Bis auf drei Unermüdliche, die Tags darauf einen Trip zum 2964 m hohen Plattkofel unternahmen, gönnte sich der Rest der Truppe einen Ruhetag. - Am vorletzten Tag war der Pößenecker-Klettersteig mit Piz Selva (2940 m) und Piz Gralba an der Reihe. Leider fand auch dieses letzte Klettervergnügen ein völlig durchnäßtes Ende. Günter Leicht wurde in diesem Jahr in das Bundes-Lehrteam der TVDN berufen. In einem dreimonatigem Kurs wurde 25 Anfängern das ABC des Bergsteigens beigebracht. Den meist jungen Leuten brachte man unter anderem Knotenkunde, Anseiltechnik, Gehen am Seil, Erste Hilfe in den Bergen und Materialkunde nahe. Zur Theorie trafen sich alle im Stadtheim. Seilkommandos geben und Klettern in der Dreierseilschaft übten die Lernbegierigen am Kemitzenstein. - In einem zweitägigen Kletterkurs in der Her­sbrucker Schweiz setzten die Anfänger ihr Erlerntes in die Praxis um.

1982: Bei herrlichem Winterwetter konnte im Januar der traditionelle Langlauf »Rund um den Kemitzenstein« stattfinden. Es fanden sich 108 Freizeitsportler und »Rennprofis« bei der gut vorbereiteten Loipe ein. Alle Erstplatzierten wurden von der Bergsteigerabteilung mit Urkunden, Siegerplaketten und Pokalen bedacht. Mitglieder der Abteilung nehmen an den Bayrischen Langlaufmeisterschaften in Kirchenlamitz teil. Sie belegten den 4. Platz in der Mannschaftswertung. Nachfol­gende Skitouren wurden unternommen: Zur Rofanspitze, Simonispitze in der Vene­diger Gruppe und in der Wildschönau. Im Mai wurde das 10jährige Hüttenjubiläum gefeiert. Bereits zum Feldgottesdienst am Kemitzenstein fanden sich zahlreiche Besucher ein. Anschließend gab die Klampfengruppe ein Morgenkon­zert. An diesem »Tag der Offenen Tür« konnte sich das Publikum an Klettervor­führungen am Fels erfreuen und natürlich auch die Schutzhütte besichtigen. Der Großglockner wurde über den Stüdl-Grat bestiegen, im Wettersteingebirge die Fahr­radl-Kante und das Gelbe U und in den Ötztalern fand ein Eiskurs der OG statt.

1983: Eine Skitour zum Trainsjoch in den Bayrischen Voralpen steht am Jahres­beginn. Weitere Skitouren, Salzachgeier und Tristkopf in den KitzbühIer Alpen, in der Silvretta das Egghorn, die Schneeglocke, Piz Puin und Signalhorn. Im Otztal der Similaun. Bergtouren: Im Stubai die Habicht Nordwand, in den Lechtalern die Roggal-Nordkante. In den Dolomiten war die Jugend am Piz Collaz und in der Sella unterwegs. Auch der Jubilaumsgrat von der Zugspitze zur Alpspitze wurde be­gangen.

1984: Erwähnenswerte Skitouren: Die Rotwandreiben im Spitzinggebiet, in den Kitzbühler das Brechhorn, Spießnägel, in den Hohen Tauen der Keeskogel, das Schwarze Händl, in den Medelser Bergen/Schweiz Piz Medel, Piz Valdraus, Piz Christallina, Piz Uffirn, Piz Liung. Bei den bay. Langlaufmeisterschaften belegte Norbert Wehner den 2. Platz. An Bergtouren wurden durchgeführt: Die »Ta­schach-Nordwand, Fuscherkarkopd-Nordwand, der Johannisberg das Große Wiesbachhorn, Hinterer Bratschenkopf und Klockerin. Eine Familienfreizeit fand im Wallis statt. Dabei wurden folgende Berge bestiegen: Weismies, Dom und Breithorn, der Jubiläumsgrat im Wettersteingebirge wurde nochmals begangen. Staffelstein war in diesem Jahr Tagungsort der Bundesfachgruppenkonferenz. Die Teilnehmer wurden vom Ersten Bürgermeister Reinhard Leutner im Rathaus emp­fangen.

1985: Eine Skitour führte zur Krottentaler Alm mit der Rotwandumfahrung. Viele geplante Skitouren mußten wegen Lawinengefahr abgesagt werden. Bergtou­ren wurden durchgeführt zur Ruderhofspitze im Stubai, zum Großglockner über den Stüdlgrat, in die Bernina zum Piz Palü über den Ostpfeiler und zum Poz Cam­brena, im Mont-Blanc-Gebiet der Rochefortgrat, Dent du Ge?ant zum Ortler und die Watzmann-Ostwand. Die Hochtourenführer-Prüfung legten mit Erfolg ab:

Siegfried Kraus, Klaus Dinkel, Bernold Schubert. Die Prüfung zum Bergwander­führer bestand Josef Hümmer.

1986: Der Langlauf »Rund um den Kemitzenstein« mußte wegen Schneeman­gel abgesagt werden. Skitouren wurden unternommen zum Schildenstein in den Bay. Voralpen, zur Kuhscheibe in den Stubaier Alpen, in der Wildschönau der Lempersberg und das Feldalphorn. Bergtouren wurden im Karwendel gemacht. Das herausragendste Geschehen war das 4ojährige Jubiläum der Ortsgruppe Staffelstein. Mit den Abseilübungen am Stadtturm und dem Feldgottesdienst mit Erntedank am Kemitzenstein konnten wir etwas zum Gelingen dieses Festes beitragen.

1987: Mit dem Langlauf »Rund um den Kemitzenstein« konnte dieses Jahr bei gutem Schnee begonnen werden. Die erste Skitour führte zum Hirschberg im Te­gernseer- und zum Rauhkopf im Spitzing-Gebiet. Weitere Touren wurden gemacht zum Längenfelder Weißkogel und zum Ritzer Grieskogel im Sellraintal. Zum Hohen Göll in den Berchtesgadener Alpen, in der Monte-Rosa-Gruppe (Wallis), mit den Neuaubinger Freunden die Vincentpyramide, das Balmenhorn, Schwarzhorn, die Signalkuppe, Parrotspitze, Ludwigshöhe und Punto Giordani. Eine Abteilungsfahrt wurde gemacht zur Regensburger Hütte in der Geißler Gruppe mit einem unver­geßlichen Stau-Erlebnis.

Folgende Bergtouren wurden unterommen:

zur Zugspitze durch das Höllental, die Delage-Kante an den Vajolet-Türmen im Rosengarten, derSchimkepfeiler in den Berchtesgadener Alpen, im Wetterstein die Dreitorspitz

1988: Bedauerlicherweise war auch in diesem Jahr Schnee Mangelware und die Langlaufveranstaltung musste wieder ausfallen. Im Februar konnte die erste Skitour in den Kitzbühler Alpen zum Kuhkaser und zum Großen Schütz gemacht wer­den. Ein großer Arbeitseinsatz,bedingt durch Siebenschläferschäden, wurde am Hüttendach notwendig. Die Renovierungsarbeiten wurden mit vereinten Kräften in relativ kurzer Zeit geschafft. Trotzdem konnten auch noch folgende Bergtouren durchgeführt werden: zur Rumerspitz im Karwendel, Häfelekar-Spitze, Mantelspit­ze, Stempeljoch-Spitze, in den Stubaier Alpen die Rinnenspitze, in den Dolomiten der Nordwestgrat der Großen Zinne,im Wilden Kaiser die Nord-Ost-Wand der Kleinen Halt, im Ortlergebiet die Ortlerüberschreitung, die Zufallspitz der Cevedale, die Königsspitze.

1989: Es konnten trotz großen Schneemangels folgende Skitouren durchge­führt werden:

zum Juifen im Karwendel, zum Unnütz im Rofan, zur Hochplatte in den Ammergauer Alpen, die Grünstein-Umfahrung in den Mieminger Bergen, der Schafsiedel und Tristkopf in den Kitzbüheler Alpen und zum Göll in den Berchtesga­dener Alpen. An Bergtouren wurden unternommen: Die Scheffauer Nordwand im Wilden Kaiser, im Wetterstein die Schüsselkar-Spitze und Scharnitz-Spitze. Josef Hümmer hat die Prüfung zum Ubungsleiter-Hochtouren erfolgreich bestanden.

1990: Unser Drei-Königs-Langlauf konnte mangels Schnee nicht stattfinden.

Skitouren in den Alpen wurden durchgeführt im Stubai Zischgeles und LampsenSpitze, in Südtirol im Sesvenna-Gebiet mit den Neuaubingern Freunden, der Piz Sesvenna, Fernerspitz, Schadler, Piz Pims und Piz Rasass. Bergtouren führten im Berner Oberland zum Mönch, Eiger und Jungfrau, im Dachstein die Südwand und der Bischofsmütze, im Wallis zum Bishorn und zum Nadelhorn.

1991: Trotz des relativ schneearmen Winters konnten im März die ersten Skitouren unternommen werden. So wurde in den Urner Alpen mit den Neuaubinger Freunden - Stützpunkt war die Rotondo-Hütte - das Große Leckihorn, das Stellibodenhorn, das Großmuttenhorn und der Pizzo Pesciora mit Skiern bestiegen. Darauf folgte im April eine Skitour ins Wallis. Von der Britannia-Hütte aus wur­den Strahlhorn, Allalinhorn und Alphubel bestiegen. An einem regnerischen Juniwochenende fuhren wir mit den Mountain Bikes den jahrhundertalten Rennsteig entlang. In zwei Tagen legten wir im Sattel der Stahlrösser 164 km zurück. Der Juli brachte herrliches Bergtouren-Wetter und so wurde in den Stubaier Alpen der Wilde-Leck-Ostgrat gemacht und die Stubaier Wildspitz. In den Ötztaler Alpen der Similaum - der berühmte »Ötzi« war zu diesem Zeitpunkt noch nicht gefunden. In der Slowakei wanderten Mitglieder der Abteilung durch das kleinste Hochge­birge der Welt - durch die Hohe Tatra.

1992: Der Drei-Königs-Langlauf rund um den Kemitzenstein sollte der Start sein für das Jahr 1992. Leider war Schnee Mangelware. Also wurde ein Mountain­-Bike-Rennen rund um den Kemitzenstein durchgeführt. Im Frühjahr wurden Skitouren gemacht: im Spitzinggebiet die Rotwand, im Viggar-Tal die Kreuzspitze, der Morgenkogel, Glungezer. In den südl. Zillertalern Winkelkopf- Rauchkopf - Ahrnerkopf - von Kasern im Ahrntal aus. Im Wallis das Nordend. In den Bayr. Voralpen wanderten Mitglieder zur Triesdorfer Hütte zum Hochries, zum Kranzhorn und zur Wasserwand. Auch eine Radtour stand wieder auf dem Programm. Diesmal war das Ziel Gößweinstein. Auf dem Hinweg wurde entlang des Lichtenfelser-Wall­fahrer-Weg, heimwärts dann des Staffelsteiner-Wallfahrer- Weg gefahren. Zu einer Fa­milien-Bergwanderwoche fuhr man nach Südtirol - Stützpunkt war die Sesvenna ­Hütte. Bei herrlichem Sonnenschein erklommmen die Teilnehmer den Schadler, den Piz Rasass, Piz Sesvenna, und den Föllakopf mit Kind und Kegel.

1993: Heuer führten uns Skitouren ins Wettersteingebirge zur Alpspitze und in die Mieminger Berge zum Drachenkopf. In den Tuxer Alpen zum Hirzer und Hip­pold. Ende Februar kam dann der ersehnte Schnee und so konnte ein Ski-Langlauf-Kurs am Kemitzenstein durchgeführt werden. Ein Kinder-Wochenende im Spitzinggebiet mit Stützpunkt Taubenstein-Haus war mit Besteigung des Tauben­steins, Rauhkopf, Rotwand, Miesing und Klettern an den Ruchenköpfen für die Kinder ein Erlebnis. Vier Abteilungsmitglieder führte eine Hochtour auf das Nadelhorn in der Mischabelgruppe (Wallis). Die Frauen führte eine Bergwander­tour ins Spitzing-Gebiet zur Brecherspitze und Bodenschneid.

1994: Wie schon seit vielen Jahren: vom »Drei-Königs-Langlauf« keine Spur, denn Schnee ist Mangelware. Skitouren wurden unternommen ins Sellraintal zur Lamsenspitz, Zischgeles und Rietzer-Grieskogel. In den Buchser Bergen zur Rosswies, zum Allvier, im Alpachtal zum Galtenberg, zum Muttler im Samnauner Gebiet. Eine Bergwandertour zum Wendelstein und Kranzhorn in den Bay. Voralpen. Von der Coburger Hütte im Wetterstein zur Sonnenspitz und Tajakopf Eine Hochtour führte uns im Wallis, von Zinaltal zum Bishorn. Die Damen der Abteilung unternahmen eine Radtour durch das Taubertal. Die Herren hingegen radelten zwei Tage mit den Mountain Bikes 175 km durchs Gelände. Die Kinder und Jugendgruppe der Abteilung kletterten in der Hersbrucker Schweiz am Noris­steig und am Hohen-Glück-Steig. Die Bergsteiger- und Bergwander-Abteilung der TVDN erstellte für die Stadt Staffelstein den Kinderspielplatz am Kemitzenstein. Klettertouren wurden in den Urner-Alpen durchgeführt: Salbitschijen-Westgrat, Hochtschijen und Bergseetschijen.

1995: Die Neuwahlen ergaben keine Anderung in der Abteilungsführung. Die Bergsteigerjugend nahm am Pokalwettbewerb »Skibergsteigen« teil, der vom Be­zirk Oberfranken in Waldsassen durchgeführt wurde. Die erste Skitour im Jahr führte die Damen der Abteilung in die Kitzbüheler Alpen zum Schwarzkogel und Brechhorn. Weitere Skitouren unternahm die Abteilung zum Wildofen, Gilfert in den Tuxer Voralpen, zum Hochkönig in den Berchtesgadener Alpen in der südlichen Berninagruppe zum Chaputschin, La Muongja, Pis Glüschaint, La Sella, Dschimels. Folgende Bergtouren wurden in den Bay. Voralpen gemacht zum Blümstein, Heuberg und Wasserwand über den Klettersteig im Bergell zur Punta Alpigna.

Vom 1. bis 2. Juli 1995 feierte die Bergsteiger- und Bergwander-Abteilung ihr 25jähriges Bestehen am Kemitzenstein. Es war ein gelungenes Fest mit »Kemitzen­stein in Flammen«, Gottesdienst am Sonntag und dem ersten Alpinathlon am Ke­mitzenstein, Kinderflohmarkt, alles in allem ein fröhliches Volksfest. Ein Kinderzeltlager wurde im August in Garmisch-Partenkirchen durchgeführt. Es wurde die Alpspitz über den Ferrata-Steig begangen und das Befahren der Loisach mit dem Kajak war für die Kinder ein Erlebnis. In jedem Jahr wurden Kinderklettern und Ausbildungstage am Kemitzenstein und im Frankenjura für Mitglieder und Inter­essenten kostenlos durchgeführt. Auch die Geselligkeit wurde gepflegt, wie Mut­tertag, Radtouren, Weihnachtsfeier und Dia-Abend. Als Abteilungsleiter bleibt es mir noch zu wünschen, daß alle diese Aktivitäten erhalten bleiben und noch viele andere Bergbegeisterte in unsere Abteilung führen mögen. Das alles ist aber nur möglich durch kameradschaftliches Denken und viel Arbeit. Für die bisherige Ein­satzbereitschaft möchte ich aus Anlaß dieses Jubiläums allen Mitgliedern der Ab­teilung und des Vereins besonders herzlich danken.

SIEGFRIED KRAUS, Leiter der Bergsteiger- und Bergwander-Abteilung

Im September 1996

 

e an dieser Stelle die detaillierte Entstehungsgeschichte Ihres Vereins bzw. Ihrer Organisation ein.*]